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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
Entstehung
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13. Kapitel.

es nur zwanzig), so legten sie doch denen, die sich taufen lassenwollten, kein Hindernis in den Weg, und die Getauften wurdenkeineswegs aus der Gemeinschaft der übrigen ausgestoßen. Auchdarin, daß -sie gern den religiösen Ccremvnicen der Russen bei-wohnten und durch ihr gutes Benehmen und die Vermeidungjeglicher Storung ihre Ehrfurcht für dieselben bezeugten, sowiedarin, daß sie mit Interesse den biblischen Erzählungen lauschten,glaubte Weniaminow ein deutliches Zeichen für die Hinneigungder Eingeborenen zum Christentum zu sehen; doch befürchtete er,daß die Besorgnis, durch die Annahme desselben gleich denAlcntcn unter die Herrschaft der Russen zu geraten, sie noch langevon einem solchen Schritte znrückhalten würde si.

Im Jahre 1843 zählte man bereits 102 Christen unter denKoloschen und unter diesen, was als besonders bemerkenswert

aufgeführt wird, zwei Schamanen. 1849 wurde eine Kirche für

den Gottesdienst in der Sprache der Eingeborenen errichtet. Be-sonders eifrig um die Verbreitung des Christentums unter denTlinkit war der Geistliche Litwinzow bemüht, welcher im Laufevon fünf Jahren, von 18471852, abgesehen von den Kindernbeiderlei Geschlechts 150 Menschen taufte, sodaß die Zahl derchristlichen Koloschen bis ans 350 Seelen stieg. Doch zeigte dieBesetzung der Kirche durch die Tlinkit während des Kampfes

gegen die Russen im Jahre 1855, daß die Ehrfurcht vor dem

neuen Glauben nicht sehr groß war. Im Jahre 1860 wurdenim ganzen 447 christliche Tlinkit gezählt und zwar 221 Männerund 226 Frauen ^).

Eine besondere Aufmerksamkeit widmete Weniaminow derErrichtung von Schulen. Nachdem er im Jahre 1840 unterdem Namen Jnnocenz zum Bischof ernannt worden war, gründete

0 Als Beweis dafür, wie sehr der Einfluß der Russen auf die Ein-geborenen zugenommen hatte, wird auch niitgeteilt, daß auf Zureden der ersterenim Jahre 1837 ein Häuptling der Stakhins, Kuatche, seinen zum Tode be-stimmten Sklaven die Freiheit gab. Er wurde hierfür auf den Vorschlag derobersten Verwaltung von dem Kaiser mit einem golddurchwebten Kaftan undeiner Pelzmütze beschenkt. (Tichmenew I, 299.) In der Folge wurden mehr-fach die zum Opfertode ausersehenen Sklaven von den Russen losgekanft, beiwelchem Handel die nur auf ihren Vorteil bedachten Tlinkit sicher nicht schlechtwegkamen.

2) Tichmenew II, 262264.