11. Kapitel.
Sch am an ismu s.
Wesen des SchamanismnS. — Aeußeres des Schamanen. — Seine Wirksam-keit. — Borbereitungen zur Erlangung der Schamancnwllrde. — Die Geisterdes Schamanen. — Weniaminows Erzählung von den wunderbaren Thatcneines Schamanen in Sitka. — Die versteinerte Maske eines Tschilkak-Schamanen. —Herbeirnfnng der Fische. — Erzählung von dem großen Schamanen Kakü inSitka. — Unvergäuglichkcit des Schamnnenleibcs.
Die großen Schamanenfcste. — Die Tänze des Schamanen. — Masken,Trommeln und Klappern. — Die verschiedenen Klassen der Geister. — DieAuffindung der Hexen durch den Schamanen. — Die Bestrafung der Hexen.Die Einführung eines neuen Schamanen in Klokwan. — Eine Krankcn-beschwörnng durch einen Hüna-Schamanen. — Hexenverfolgnngen in Wrangest,Sitka und unter den Tschilkats. — Abergläubische Vorstellungen. — Wetter-machen. — Holzfignren in Klokwan.
Die Religion der Tlinkit geht im Schamanismus auf,d. h. in dem Glauben an Geister, die in das Leben des Men-schen eingreifen, und deren Macht durch einzelne Wissende, dieSchamanen, gebrochen werden kann. Der Schamane, „Jchta"^genannt, ist durch sein wildes, schmutziges Aeußere und sein inSträhnen herabhängendes, oder hinten in einen Knoten gebundenesHaar, das weder durch Schere noch Kamm entweiht werdendarf, gekennzeichnet. Bei der größten Trauer selbst schert ernur den vorderen Teil seines Hauptes^). — Die Schamanenwürde
') wirst bei Erman, Ztschr. f. Ethn. II, 322.
2 ) Die filzige Beschaffenheit des Haares erklärt sich hieraus wohl zur Genüge,