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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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Schamcmisimis.

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Schamane in Jakutat, dessen Einfluß man es zuschrieb, daß wäh-rend der großen Blatternepidemie Nom Jahre 1836 diese Krank-heit nicht bis zu seinen Landsleuten gelangte.

Wer die Schamanenwürde erlangen will, begiebt sich in dieEinsamkeit der Berge und der Wälder, und lebt hier abgeschlossenvon jeder menschlichen Gemeinschaft ein bis zwei Wochen, mit-unter aber auch mehrere Monate lang, während welcher Zeit ersich nur von den Wurzeln der in dieser Gegend häufigenAraliacee, Umiax llorriUnnr, ernährt. Die kürzere oder längereDauer seines Aufenthalts in der Wildnis hängt von dem früherenoder späteren Erscheinen der Geister ab. Wenn er diesen endlichbegegnet, so sendet ihm der Vornehmste unter ihnen eine Fisch-otter entgegen, in deren Zunge das ganze Geheimnis des Schama-nismus enthalten ist. Die Fischotter geht gerade ans denSchamanenlehrling los, der, sobald er sie sieht, stehen bleibt undsie durch den einzigen Laut ,,o", welchen er viermal hinter-einander mit verschiedener Betonung ausstößt, tötet. Sowie dieFischotter diesen Laut hört, fällt sie auf den Rücken und stirbt,indem sie die Zunge hervorstreckt. Der Schamane aber reißt ihrdieselbe mit den Worten aus:möge ich in meinem neuen Beruftüchtig sein, möge ich gut zaubern und tanzen können n. a." undverbirgt sie in einem eigens dazu gefertigten Körbchen, welcheser an einem unzugänglichen Orte versteckt; denn wenn ein Un-eingeweihter diesen Talisman, derllnsolltnUnts". d. h. Zungeder Fischotter, genannt wird, finden sollte, so würde er sofortden Verstand verlieren. Das Fell aber zieht er sorgfältig abund verwahrt es als ein wichtiges Zeichen seiner Würde, währender das Fleisch in die Erde vergrübt. Infolge dieses Glaubensan die in der Fischotter verborgenen Kräfte soll vor der Ankunftder Russen auch kein Tlinkit gewagt haben, ein solches Tier zutöten, dann aber überwand Gewinnsucht und die Wahrnehmung,daß nichts Böses daraus erfolge, alle Bedenken.

Wenn dem Tlinkit, der sich in der Waldeinsamkeit zumSchamanenberuf vorbereitet, die Geister nicht erscheinen wollen,dann begiebt er sich zu dem Grabe irgend eines Schamanen,bringt eine Nacht bei demselben zu, nimmt auch der Leiche einenihrer Zähne weg, oder schneidet die Spitze ihres kleinen Fingersab und hält diese Dinge im Munde, um so leichter die Geister