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Die Tlinkit-Indianer : Ergebnisse einer Reise nach der Nordwestküste von Amerika und der Beringstraße ausgeführt im Auftrage der Bremer Geografischen Gesellschaft in den Jahren 1880-1881 durch die Doctoren Arthur und Aurel Krause
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11. Kapitel.

ist mit dem Besitz von allerhand Ausputz, geschnitzten Knochen-stäben, Gesichtsmasken, Klappern, Trommeln und dergl. verbun-den. Für jeden Geist besitzt der Schamane eine besondere Maske,deren er sich bedient, wenn er diesen Geist beschwören will.Die Beschwörungen bestehen in einem wilden Tanze um dasFeuer herum, bei dem die gewaltsamsten Umdrehungen des Körpersvorgcnommen werden. Der Schamane heilt Kranke, indem erdie bösen Geister aus ihnen heraustreibt, macht gutes Wetter,läßt reichliche Fischziige in die Gewässer aufsteigen und AehnlichesmchiU). Für seine Künste nimmt er jedoch gute Bezahlung undzwar stets im voraus. Haben die Beschwörungen nicht die ge-hoffte Wirkung, so ist er um eine Ausrede nicht verlegen; andereböse Geister sind hindernd dazwischen getreten, und ihre Aus-treibung erfordert wieder neue Beschwörungen und neue Be-zahlung.

Ueber die Art und Weise, wie ein Tlinkit Schamane wird,giebt Weniaminow ausführlichen Bericht, dem wir bei der nach-stehenden Schilderung in der Hauptsache folgen.

Die Schamanenwürde ist meistens erblich; sie geht mit allihren Insignien, den Masken, Trommeln u. s. w. auf den Sohnoder Enkel über. Aber nicht jeder, der es wünscht, kann Schamanewerden, sondern nur derjenige, der sich Geister verschafft und mitihnen in Beziehungen tritt. So hörte Weniaminow von zweiSchamanensöhnen, von denen der eine Schamane werden wollte,es aber nicht konnte, da er keinen Geist sah, der andere dagegen,trotzdem er es nicht wollte, von den Geistern verfolgt und nichtin Ruhe gelassen wurde, selbst als er zu deu Weibern ging,wodurch sonst die Geister sofort vertrieben werden, bis daß ersich endlich dazu entschloß. Er wurde dann ein sehr berühmter

ohne daß man, wie Erman vermutet, an die Anwendung künstlicher Klebemittelzu denken braucht. (Erman, Ztschr. f. Ethn. II, 323.)

In dem so geschonten Haare eines Schamanen fand Eschscholtz einen eigen-tümlichen Käfer, einen Ll-rplryliims, den er Ltnrpli^liirns xmlioutno nannte,von dem es jedoch sehr zweifelhaft erscheint, ob er ein regelmäßiger oder nurein zufälliger Bewohner des Haupthaares ist.

h Nach Wcniaminov werden die Schamancnknnste auch zur Entdeckungvon Diebstählen in Anspruch genommen. (Weniaminow 110.)