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4 (1903) 1085 bis 1096
Entstehung
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1090.

unter Heinrich IV. Allerdings leidet das Werk — abgesehen vondem Umstande, daß es uns nicht völlig erhalten ist und in demVerlust des Abschnittes gegen die Pataria vielleicht ein wesentlichesStück hinwegfällt — an einer gewissen Schwerfälligkeit des Auf-baues. Sehr breit ist die Erörterung gegenüber dem Gegner an-gelegt; nirgends scheut der Verfasser vor mitunter recht weit-gehenden Wiederholungen zurück. Er will eben seine Aufgabegründlich durchführen, zeigen, wie unwahr die ganze Auffassungdes Widersachers, wie verlogen die ganze Grundlage seines Wesens,das gesammte Hirsauer Mönchthum, sei, daß die Zerreißung derKirche nun und nimmermehr von Clemens III. und von demKaiser, vielmehr von Gregor VII. und dessen Nachtretern ihrenAusgang genommen habe. Der wohl unterrichtete, viel belesene,schriftgewandte Mönch hat aber, mag er auch oft auf scheinbarenUmwegen seine Beweise führen, einen ganz bestimmten Plan vorsich, und diesem ordnet er die recht zahlreichen, oft höchst werth-vollen Angaben über geschichtliche Vorgänge seiner Zeit rücksichtslosein, ganz unbekümmert darum, daß dadurch vielfach die zeitlicheFolge der Dinge völlig gebrochen und häufig in seinen Capitelneinfach umgebogen wird^). Geschrieben ist das Werk eben imJahre 1090, aber dann noch mit einigen Einschiebseln bis 1093nachträglich versehen worden^).

"9 Ein besonders sprechendes Beispiel liefert I-ib. II, oe. 18 ff., wo zuerstvon Clemens' III. Ausschreibung der kaiserlichen Mainzer Synode auf den Mai1085, dann von dem mißlungenen Vermittlungstag zu Gerstungen im Januardes Jahres, hernach eben von jener Mainzer Synode und erst nach verschiedenenZwischenbetrachtungen in o. 22 von der Synode des Gegenkönigs Hermann inQuedlinburg — im April — die Rede ist, oder das Ereignisse 1085 und 1086ganz unter einander schiebende o. 28.

Dafür daß Inb. II und III im Wesentlichen im Jahre 1090 ab-geschlossen waren, spricht der Umstand, daß gerade dieses Jahr, in der eigen-thümlichen Zusammenstellung verschiedenartiger Todesfälle aus demselben, undzwar mit ausdrücklicher dreimaliger Einfügung der Jahreszahl, in eo. 29 und 36(hier zwei Male), in dem Buche ganz besonders hervortritt (1091 verstorbenePersönlichkeiten, Bischof Altmann, Abt Wilhelm von Hirsau, die dem Ver-fasser doch auch sehr wichtig sein mußten, kommen als hingeschieden nicht zurNennung). Anderentheils sind die Einfügungen in o. 17: Lx illo tsinporenuno sst annus ootavus, nämlich 1092 (232), in e. 21: biunc ... tarnen neepost soptiwum anoum, wieder 1092 (238), in o. 36: Huno autsm ... postootavum guogus annuin, nämlich 1093 (263), der Art, daß sie sich völlig aus-nehmen, wie spätere Beifügungen, die der Autor macht, wenn er ein fertigesWerk wieder durchliest und da und dort ergänzt. Es liegt also ein Recht vor,diese Streitschrift schon zu 1090 zu würdigen.