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1087.
Hugo über Victor III. sprach, nicht überraschen. Desiderius hattesich als Abt des mitten in feindselig erregten Gebieten liegendenKlosters Monte Cassino daran gewöhnen müssen, nach allen Seitenzu blicken, zwischen den normannischen Fürsten, deren Gunst er sichstets wieder erfreuen durfte, und den päpstlichen Lehnsherren deroft so trotzig ungehorsamen kriegerischen Vassallen zu vermitteln,au keiner Seite anzustoßen. Das hatte sich ganz besonders in denJahren der Anwesenheit Heinrich's IV. in Italien erwiesen. Wieder Abt 1082 zuerst sich geweigert hatte, einer Einladung des Königszu folgen, dann aber in seine Zwangslage sich dennoch fügte undendlich, nach neuerdings bewiesenem anfänglichem Widerstande, sogarmit einer königlichen Bestätigungsurkunde für sein Kloster zurück-kehrte, wie er dann auch eine Vermittlung selbst zwischen Gregor VII.und dem Könige, für Herbeiführung der Kaiserkrönung desselben,jetzt nicht mehr von der Hand wies, so hielt er es 1084 für mög-lich, als Herzog Robert im Begriffe war, von Salerno her gegenRom zur Vertreibung des Kaisers vorzurücken, einestheils Heinrich IV.die bevorstehende Gefahr anzuzeigen, andererseits den in der Engels-burg eingeschlossenen Papst benachrichtigen zu lassen, daß seine Be-freiung bald eintreten werde ^). Ebenso bewies wieder dasschwankende Verhalten, das Victor III. nach seiner Erwählungzeigte, seine Furcht vor der Verantwortlichkeit, wie wenig er ge-eignet war, die durch Gregor's VII. Tod in Verwirrung geworfeneAnhängerschaft, von der die römischen Ueberlieferungen getragenwurden, gegen den kaiserlichen Papst irgendwie kräftig zusammen-zufassen.
Aber mochte nun auch der sterbende Papst so deutlich, wie nurmöglich war, auf seinen Nachfolger hingewiesen haben, es verstrichennoch nahezu sechs Monate, ehe dessen Wahl zu Stande kam.
") Vergl. besonders Bd. III, S. 441—443, 452, sowie S. 548.