38
1107.
wüsteten und verlassenen Weinberg aufzusuchen, Rettung dar-zureichen, nachdem sie schon etwa dreißig Jahre irrende Schafe ge-wesen seien, Rath zu ertheilen, was mit ihrem sogenannten Bischof,Cnno, anznfangen sei, gab der Papst als Antwort, daß er anihrer Unterdrückung und der Zerstörung ihrer Kirche väterlichschmerzlichen Antheil nehme und sie ermahne, ihrem Bischof, dessenErwählung und Weihe er niemals die Zustimmung gegeben habe,noch geben werde, in mannhafter Weise zu widerstreben^). Weitererfolgte, vom 6. Februar, eine neue Kundgebung des Papstes inder Sache Bischof Hermann's an die Kirche von Augsburgs).
Heinrich V. hatte sich inzwischen, nachdem er noch die erstenTage des Jahres in Regensburg geblieben war^), nach Thüringenaufgemacht, wo er seinen strengen Willen darlegte, den Störungendes Friedens, wie sie hier von zwei Stellen aus verübt wordenwaren, entgegenzutreten. Zwei sehr feste Burgen, von denen ausFrevelthaten gegen die Nachbaren geschehen waren, ließ er durchBrand zerstören ^). Dann ging der Weg weiter nach Sachsen, wodas Fest der Reinigung Mariä, 2. Februar, zu Quedlinburg ge-feiert wurdet). Hier empfing der König eine Gesandtschaft König
1. 6112 (ohne Datum, doch Wohl richtig ganz in den Anfang von 1107gestellt) ist die Beantwortung des im 6oäex Ocialrici, Nr. 137 (Jaffe, Libliotb.rer. 6erm., V, 254 u. 255), aufgenommenen Schreibens der Xrgentinsnsisseekssias tratres, das äs nostro ut ciieitur spiseopo, nomen guicism clignitatistot annos badents (seit 1100: vcrgl. Bd. V, S. 101), ssä olLeium minime,euius vitam et introitum sxesisa montium bumiiia sonvallium fam rssponäsntdie Anfrage stellt. Cuno heißt in 0. 6112 intrusus et scelssias Osi tsciiosus.
°) Im Anschluß an das ob. S. 34 Borgebrachte führt lldalschalk, OsLginons et Osriinanno, e. 15, fort, daß Hermann, nach Augsburg zurückgckehrt,littsras guasi sx Xugustsnsium psrsoua oeeults . . . apostoiico ciirsxit,worauf — Ourisnsi spiseopo — Wido — atcpis Ootvigsnsi akbats — Hart-mann — ... suppiieantidus — der Bote — ciatis vsiuti Lngustsnsium rs-sponclentibus litteris .... vera eum talsis rslaturns Nom Papste mit 4. 6119entlassen wird: clilsetis tiiiis Xngnstsnsis scelssias ciericis: er habe post im-pstitionem, guam super exisoopo vsstro Iscistis, das Schreiben aus Augsburgempfangen, mit der Anzeige des Friedensschlusses mit dem Bischöfe, worüberer — si eancisin eoneorciiaw gratis taetam tuisss eonstitsrit — sich freue(88. XII, 438 u. 439).
') Bergt, ob. S. 17.
2) Die Xrmalss Oatbsrbrunnensss sagen: Incis (se. von Regensburg)per Dburingiam .... vaciit (se. rex), Raäinburg st Lsmsldurg, prassiciiamunitissima in Huiringia, proptsr iatroeinia, guae incis in üniümos sxsr-csbantur, ersmari praeespit (sä. Scheffcr-Boichorst, 116). Bei dem Namender ersten Burg wollte Scheffer-Boichorst einen Lesefehler annehmen — stattkicisnburg —, wogegen Waitz — Odroniea regia Ooloniensis, 45 n. 4, aufdie Namensform kacisibureb des Xnnalista 8axo (88. VI, 746) hinweist; dochist — vcrgl. Ostcrley, Histor.-geogr. Wörterbuch des deutschen Mittelalters, 542 —anscheinend die Lage nicht nachzuweisen. Dagegen ist die andere Burg als dieBoineburg, südlich von Eschwcge, links landeinwärts von der mittleren Werra,zu erklären.
2) Die ^nnales katbsrbrunnsnsss lassen Heinrich V. aä 8axoniam gehen,nennen die Feier vom 2. Februar (I. e.); Ekkehard hat: psragratis 8axoniasLnibus (88. VI, 242).