-x§m Jahre nach dem Tode des ersten gegen König Heinrich IV.aufgestellten Gegenkönigs, Rudolf, in demjenigen, wo zum zweitenMale, in Hermann, ein Gegenkönig gegen den rechtmäßigen Be-herrscher des Reiches erhoben wurde, 1081, wurde als der dritteSohn des dritten Königs aus dem salischen Hause Heinrich ge-boren. Schon einmal, 1071, hatte der König einem Sohn, deraber alsbald nach der Geburt starb*), seinen eigenen und seinesVaters Namen in der Taufe gegeben: dieser Knabe nun aber wuchszu höheren Jahren auf. Allerdings stand ihm in den Ansprüchender ältere 1074 geborene Bruder Konrad voran, und erst die Ver-lockung König Konrad's, dessen Abfall von dem kaiserlichen Vaterbahnten dem jüngeren Sohne den Weg zum Throne.
Auf dem Reichstage zu Mainz im Mai 1098 wurde Heinrich V.an Stelle des als abgesetzt erklärten Konrad als König erwählt,unter einmüthiger Zustimmung der Versammlung; indessen suchtesich Heinrich IV. durch bestimmte Zusicherung der Treue, die erdiesem Sohne in Eidesform abnahm, vor den Gefahren zu sichern,die durch den Verrath Konrad's über ihn gekommen waren. Noch-mals ließ sich der Kaiser am 6. Januar 1099 zu Aachen, bei derfeierlichen Salbung und Krönung des Sohnes, von diesem denSchwur wiederholen, und dann folgte eine erstmalige Betheiligungdes jungen Königs, im Aufträge des Vaters, an öffentlichen An-gelegenheiten. 1101 wurde Heinrich V. am Osterfeste zu Lüttichdurch die Schwertumgürtung als mündig erklärt, und noch imgleichen Jahre schien durch König Konrad's frühen Tod vollendsjede Schmierigkeit für eine in Ordnung und im Frieden sich voll-ziehende Nachfolge auf dem Throne beseitigt zu sein.
Allein bis zum dritten darauf folgenden Jahre reifte in demKönige der Entschluß, sich vom Vater loszureißen und als Führerder Gegnerschaft die Feindseligkeit gegen ihn endgültig zu schüren.Die Erkenntniß, daß das Streben des Vaters, sich im Reiche einenfesten Boden zu schaffen, durch die Stärkung der Grundlagen derHerrschaft, in Erhaltung des Rechtszustandes, in der Fürsorge fürden Frieden, demselben weit eher Gegner bereite, die Furcht, daß
0 Zu Bd. V, S. 153, sei nachgctragen, dah auch in 8t. 2957 und 2958,von 1102, für Speier, dieses Heinrich gedacht wird.
Meyer von Knonau, Jahrb. d. dtsch. R. unter Heinrich IV.u.V. Bd. VI. 1