nervigen Fatalisten, der neben dem Uebermaße einesfalsch geleiteten Gefühlsvcrmvgens deshalb noch einUebermaß physischer Kraft in sich spürt, damit erderen Mißbrauch mit einer gottgefälligen Willenlosig-keit entschuldigen kann, den schwächlichen, entzücktenAnthropomorphistcn, welcher zu dem Kelche, seinemGotte, zerknirscht herauf schaut; kurz jede Nuanceeines so großen Schauspieles ist von dem Maler auf-gefaßt. Mögen auch alle der Andacht ergeben schei-nen, nicht Gott, nicht die Tugend hat sie niederge-worfen, sondern das Phantom, was ihnen mehr alsGott und Tugend war, was ihren Verstand undihre Vernunft vor widerlich gesteigerten Gefühlen undEmpfindungen beugt, ihre Religionsdogmen in dunkeleGebilde und »»gebändigten Frcihcitsschwindcl auflös't,und ihr Thun und Treiben verruchten Leidenschaftenprcisgab. Mag auch das Schuld bedeckte Haupt nochso tief gebeugt sein, der nächste Augenblick wird dieüberreizten Gefühle vernichten und der wüthendeTiger wird von Neuem seiner Mordlust folgen. Wirdurchleben die ganze Darstellung; alle Character-nüancen von dem schaucrcrregenden, von allen Lei-denschaften zerfleischten, Prediger, bis zu dem ab-geirrtcn schwachen, Mitleid erregenden Weibe, gebenunscrm Nachdenken Beschäftigung. Der unschuldigeKnabe im Vorgrnnde aber stärkt unsere Hoffnungauf eine frommere und ruhigere Zukunft, seine kräftigeGesundheit wird ihn der Gefahren übcrhcben. UnsereGebete begleiten ihn zu würdigeren Religionsansichtcnals die sind, deren Wirken wir vor uns sehen, undbefestigen in uns selbst den Entschluß treuen Wirkens.
So scheint mir die Idee des Bildes, welche manbis zu einer Apologie der positiven Religion verfolgen