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rcr Schule insbesondere fehlt dazu das innere Leben,die lebendige Anschauung, das wahre Küustlcrbewust-sein. Die Ansichten sind zu sehr Ansichten ohne Kraft.Die Phantasie ist dem Erlernten verfallen, sie ist wc,der schöpferisch noch erschöpfend und fristet sich fastkümmerlich durch Bekanntes, was sie auffrischt undzu modificiren sucht. Mit der fehlenden, vollenGewalt und Herrschaft über den Stoff fehlt auch dieLebendigkeit in den Bewegungen, Bestimmtheit undHarmonie im Ausdrucke, Gcwandheit in Anwendungder Gegensätze und vieles andere, was erst an demModelle und an der todten Malcrpuppe zum Lebenkommt. Diese übertragen ihre kalten Wendungen aufdie Leinwand, und dem Gebilde, welches beide zusammenmehr schaffen als ergänzen muffen*) kann das an-gefaltene, zierliche Gewand und die ängstlich aus,geführten Ncbenparticn keinen Geist einhauchen, undnur das auf seine eigene Leistungen citcle, vielleichtauch durch eine kostbare Technik verführte, oder durchrasche Kritiker bestochene, Jahrhundert kann das, waseigentlich nur Studie und Nachahmung ist für etwasGanzes und in sich Vollendetes ansehcn und vergöttern.
*) Wieland'S Bemerkung in seinen Aufsätzen über die Idealeder griechischen Künstler Nr. 9 trifft hier als der besteTadel ein, er sagt: Bilder der Götter und Halbgöttersind ihrer Natur nach unwahr, werden aber desto unwah-rer, je mehr sie sich dem einzelnen Menschen nähern.Dieses gilt von jeder heiligen Person mit deren Characterwir erhabene Ideen verbinden und es kann wohl nicht«unangenehmeres gedacht werden, als wenn man die Zöge(die Motive wie der beliebte Ausdruck ist) von einem lie-derlichen, verkommenen Tagediebe entlehnt sieht, der keinanderes Verdienst um die Menschheit hat, als daß «rwegen seines Bartes, den ihm die gütige Natur gab, zumModell gesucht wird.