Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

17

Euer Name, mein Freund, wenn ich Euch so nennendarf?"

„Oh , keine Umstände mit mir, Ercellenz. 2m Dorfnennt man mich gewöhnlich Maestro Paolo. Ich hattesonst auch einen Zunamen, obwohl einen sehr zweideuti-gen, und den habe ich vergessen, seit ich mich von derWelt zurückgezogen habe."

„Und geschah es aus Ueberdruß, aus Armnth, oderin Folge eines Ausbruchs von Leidenschaft, der EuchStrafe zugezogen hätte, daß Ihr Euch in die Bergebegabt?"

„Ha, Signor," sagte der Bravo mit einem mun-teren Lachen, „Eremiten meiner Art sind selten Freundeder Beichte. Jndeß, ich habe keine Geheimnisse, so langemein Fuß in diesen Schluchten wandelt, meine Pfeifein meiner Tasche ist, und mein Karabiner auf meinemRücken hängt." Damit räusperte sich der Räuber, alswäre ihm die Erlaubniß erwünscht, nach seinem Willenzu schwatzen, dreimal, und begann mit vieler Laune, ob-wohl im Verlauf seiner Erzählung die Erinnerungen,welche sie in ihm erweckte, ihn weiter zu führen schienen,als er zuerst beabsichtigt hatte; und in rücksichtlos sichgehen lassendem Leichtsinn, überließ er sich jenem heftigenund wechselnden Mienenspiel und jener Leidenschaftlichkeitder Geberden, welche den Gemüthsbewegungen seinerLandsleute so eigenthümlich sind.

„Ich bin in Terracina geboren — ein schöner Ort,nicht wahr? Mein Vater war ein gelehrter Mönch von