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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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§. 2. Oitv'S Chronikon.

Otto's der Zeit nach erstes Werk ist das Chroniken.Es soll nach unserer Ausdrucksweise eineUniversalgeschichte"verstellen, und beginnt somit ganz natürlich mit der Erschaf-fung der Welt. Es schließt ab mit dem Jahre 1146, imfünf und dreißigsten Kapitel des siebenten Buches, da dasachte nicht mehr historischen, sondern theologischen Inhaltsist. Gleichwohl folgt in allen Ausgaben und schon in dereclitio prinoeps noch ein sechs und dreißigstes Kapitel,ea-put ultimum" betitelt, nach, aber da in demselben schon vondem neunzehn Jahre währenden Schisma unter Papst Ale-xander III. die Rede ist, so kann es natürlich nicht vonOtto herrühren. Kommt bei solchen Schriften, über derenAutor man einstimmig gewiß ist, auch die Zeit der Abfas-sung weniger in Betracht, so ist die Bestimmung derselbendoch auch nicht überslüßig, aber es finden sich nur wenigeAndeutungen im Chronikon selber über die Zeit, in der ereS etwa begonnen haben könnte. Man möchte meinen,Otto müßte das sechste Buch seines Chronikons schon vor1143 geschrieben haben, da in Kap. 20. desselben Bucheseine sehr heftige Stelle gegen das Geschlecht der Wittels-bacher vorkömmt, während er doch in demselben Jahre mitPfalzgraf Otto IV. einen Vergleich abschloß, den er am an-geführten Orte noch einen Verfolger der Kirche nennt,usezuu in praesentem ckism", aber die Stelle verliert alleschronologische Gewicht, wenn man bedenkt, daß man garnicht bestimmt angeben kann, ob er je in seinem Leben mitden Wittclsbachern auf friedlichem Fuße gelebt habe.Als Otto an dem proloZus lilwi soeuucki seines Chronikonschrieb, erwähnt er des Kampfes zwischen Herzog Welfund Herzog Heinrich, der in seinem Gebiete wüthe; diese