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Dichter. Ach! Dante, Alficri, selbst Petrarca hätte»ihn belehren können, baß ein Dichter ebenso vertranteBekanntschaft mit den Menschen, als mit den Ge-birgen besitzen muß, wenn er nach dem Ruhme einesSchöpfers gelüstet. Wenn Shcllcp in einer seinerVorreden sich rühmt, mit den Alpen und Gletscher»und der Himmel weiß noch mit Was vertrant zu scpn,so kann der kritische Künstler nicht umhin zu wünschen,daß er lieber mit Flcct-Strcct oder mit demStrand bekannt gewesen wäre. Dann vielleicht wäredieser merkwürdige Genius eher im Stande gewesen,Charaktere mit Fleisch und Blut zu erschaffen, und einkörperhaftes, vollendetes Ganze, statt verworrener undglänzender Fragmente zu geben.
Obgleich Ernst an Theresa sich mit Wohlgefallenanschloß und ein tiefes Interesse an Castruccio nahm,so hegte er doch für Montaigne das höhere und ern-stere Gefühl der Achtung. Dieser Franzose war miteiner vicl-nmfasscndcren Welt als der der Cotericn be-kannt. Er hatte in der Armee gedient, — er hattesich in Civilämtcrn ausgezeichnet, und besaß jene kern-gesunde und kräftige moralische Constitution, welchejede Abwechslung des socialen Lebens vertragen undmit Unparteilichkeit und Ruhe die Wage unserer sterb-lichen Loose halten und betrachten konnte. Erprobungund Erfahrung hatten ihn zu dem ächten Philosophengestählt, der zu weise ist, um ein Optimist, zu ge-recht, um Misanthrop zu sepn. Er genoß das Lebenmit nüchternem Urtheil und verfolgte den ihm gemäße»