Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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kaum darüber wundern, daß MaltravcrS unwillkürlichin dad System verfallen war: nur seine Zwecke, Un-terhaltungen und Genüsse zu verfolge», ohne sich vielzu besinnen, ob sie Andern oder ihm selbst Nachthciloder Nutzen bringen könnten. Er war weniger hoch-sinnig und mehr selbstsüchtig geworden.

Bei seinem jetzigen Verkehr mit der Frau von St.Ventadour faßte er keinen Plan. Er ward von ihrangezogcn und aufgeregt, und Valeriens Benehmen,das ihm heute schmeichelte und morgen ihn halb ver-letzte, bethciligtc neben seiner Phantasie auch seineEitelkeit und seinen Stolz. Er war entschlossen, ermüsse sich eine dauernde Macht über sic erwerben; cswurde ihm zur Sache des Ehrgeizes. Denn wenn einMann keinen andern Ehrgeiz bat, wird er einem vielnichtigeren Spiel und Zweck nachjagcn, als die Herr-schaft über eine solche Frau wie Valerie von St. Vcn-tadour ist. Zwar würde MaltravcrS auch im Traumenie daran gedacht haben, selbst nur die laueste Nei-gung einer Frau einem Manne, den er liebte oderachtete, oder der seiner Meinung nach durch den Verlustgekränkt werden konnte, zu entfremden. Aber Hr. v.St. Ventadour, ein leichtsinniger und liederlicher Fran-zose , schien gänzlich gleichgültig dagegen, was seineGemahlin thun mochte; und in der Gesellschaft, worinValerie lebte, hatte beinahe jede Dame ihren Eava-lier, so daß, wenn Valerie beliebte, ein Wohlgefallenan Maltravers zu finde», cs ihm weder als ei» Un-recht gegen ihren Gemahl, noch auch als im geringsten