Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

wo tue öffentliche Meinung weder 'in dem Einfluß, densic behauptet, stark, noch auch in ihren Regeln undAnforderungen sehr streng ist und das macht einenMann natürlich nicht besser. Ueberdicß in das Gewühlund Getriebe des Lebens hincingeworfcn mit heißenLeidenschaften und mit geistiger Ucbcrlcgcnhcit, war erdurch jene ;n vielen Jrrthümern verleitet worden, derenüble Folgen letztere von ihm abgcwcndet hatte; dieNothwcndigkeit, sich durch die Welt dnrchzudrängcnheute der List und morgen der Gewalt Widerstand zuleisten, hatte die Oberfläche seines Herzens mit einerharten Rinde überzogen, obgleich im tiefsten Grundedie Wurzeln noch gesund und lebendig waren. Erhatte viel von seiner ritterlichen Verehrung für dieFrauen verloren, die er angcfangcn mehr als Spiel-zeuge, denn als Idole zu betrachten; er fand, daß siedie Männer so oft betrügen, als umgekehrt die Männersie. Er fand auch, daß ihre Gefühle hänsig wenigertief sind, als sic scheinen und daß sie eine Liebe fassenund sic wieder.ansgcbcn, ohne daß ihnen das Herzbricht. Und endlich hatte er auch die paar letzten Jahreohne höhere Bestrebungen und feste Zwecke hingcbracht.Maltravcrs hatte von dem Kapital seiner Fähigkeitenund seiner Empfindungen gelebt, im Geiste verschwen-derisch unbekümmerter Träumereien. Es ist eine böseSache für einen gescheute» und heißblütigen jungenMann, nicht einen ausgezeichneten Lebenszweck zuverfolgen.

Wenn wir dicß Alles bedenken, können wir uns