Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
8
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Wenige Menschen erlangen eine ausgezeichnete Be-rühmtheit wegen irgend einer Eigenschaft, ohne daßgewisse unwesentliche, zufällige Umstände mitwirktcn,welche mit dem eigentlichen Titel ihrer Berühmtheitnichts zu schaffen haben. Gewisse Eigenschaften oderUmstände verleihen ihnen einen gchcimnißvollcn Reizund Zauber-Ist Hr. N. N. wirklich ein so aus-gezeichneter Geist?"Ist Frau N. N. wirklich eineso große Schönheit?" fragt man ungläubig.O jawohl!" ist die Antwort.Wissen Sie Alles von ihmoder von ihr? Das und Das sagt man, oder: Dicßund Jenes hat sich zugctragcn!" Das Idol an sichselbst ist interessant und daher wird auch sein vor-nehmstes uud beliebtestes Attribut verehrt.

Nun war Frau von St. Vcntadour um diese Zeitdie Schönheit von Neapel ; und obgleich fünfzig Frauenim Saal schöner waren, so hätte doch Niemand wagendürfen, dies; auszusprcchcn-. Selbst die Frauen ge-standen ihr den Vorzug zu denn sie war diegrößte Meisterin in der Kunst sich zu kleiden, welcheselbst Frankreich aufzuweiscn hatte. Und keinen An-sprüchen unterwerfen sich die Damen mit so geringemSträuben, als denjenigen, die sich auf diese weiblicheKunst stützen, deren Alle sich befleißen und in welcherso Wenige sich auszcichncn. Die Frauen anerkennendie Schönheit nie in einem Gesicht, über welchem eineübelgcmachtc Haube sitzt und sie werden nicht leichteine Schwester häßlich finden, an deren Hüten Nichtsauszusetzcn ist. Frau von St. Vcntadour besaß auch