Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
Seite
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wieder einen freien Fuß auf diesen Boden setzen?"murmelte er unwillig, als er ans seiner Träumereiauffuhr.

Die Thiirc ging auf. Der Aufseher dieses trauri-gen Orts (ein menschenfreundlicher und ausgezeichnetgeschickter Wundarzt) trat ein, gefolgt von de Mon-taigne. Cäsarini wandte sich um und grinste den letz-tem an; der Wundarzt zog sich, nach wenigen Wortender Begrüßung in eine Ecke des Zimmers zurück undschien in ein Buch vertieft. De Montaigne nähertesich seinem Schwager:

Ich habe Dir einige eben in Mailand erschieneneGedichte mitgcbracht, mein lieber Castruccio siewerden Dir gefallen."

Gebt mir die Freiheit!" rief Casarini, die Händeballend.Warum soll ich hier in Haft gehalten, warumsollen mir meine Nächte durch das Stöhnen von Ra-senden gestört und meine Tage verzehrt werden ineiner Einsamkeit, die mir den Anblick aller Dinge ummich her verleidet? Bin ich toll? Ihr wißt, ich bincs nicht! Es ist ein alter Pfiff zu sagen, die Dichtersehen Narren Zhr nehmt unsere Todesqualen fürWahnsinn. Seht, ich bin ruhig ich kann vernünftigsprechen gebt mir irgend etwas auf, daß ich daranmeine Vernünftigkeit beweise sep die Probe noch sostreng ich will sic bestehen. Ich bin nicht tollich schwöre, ich bin es nicht."

Nein, mein lieber Castruccio," sagte de Mon-taigne begütigend,aber du bist noch unwohl Du