Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

nicht so, sonst muß ich zittern — nein, nicht um meinet-nber um Deines Kindes willen."

„Deines Kindes willen. Aber würdest Du für DeinKind eben diese herrliche Gabe verschmähen?"

„Zanoni!"

„Nun?"

„Die Sonne ist unfern Augen niedergehend ent-schwunden, nur um den Augen Anderer aufzugehen. Ansdieser Welt verschwinden, heißt in der Welt über uns leben.O Geliebter! oh, mein Gatte!" fuhr sie fort mit plötz-licher Energie, „sage mir, Du habest bloß gescherzt, nurmit meiner Thorheit getändelt! In der Pest liegt mirweniger Entsetzliches, als in Deinen Worten!"

Zanoni'S Stirne verfinsterte sich; er sah sie einigeAugenblick schweigend an, und sagte dann, beinahe strengund rauh:

„Was hast Du von mir erfahren, daß Du mir miß-traust?"

„Oh! Verzeihung, Verzeihung! — Nichts!" riefMola, sich an seine Brust werfend und in Thränen anS-brechend. „Ich will sogar Deinen eigenen Worten nichtglauben, wenn sie Dir zu nahe zu treten scheinen!" Erküßte die Thränen von ihren Augen, antwortete aberNichts.

„Und — ach!" begann sie wieder mit einem bezau-bernden, kindlichen Lächeln, „wenn Du mir einen Talis-man gegen die Pest geben willst, siehe, ich will ihn von