Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

117

Dir annehmen." lind sie legte ihre Hand auf ein kleines,antikes Amulet, das er auf der Brust trug.

Du weißt, wie oft dieses mich eifersüchtig gemachthat auf die Vergangenheit; gewiß eine Liebesgabe, Za-noni? Aber nein, Du hast die Gebcrin nicht so geliebt,wie Du mich liebst! Soll ich Dein Amulet stehlen?"

Kind!" sagte Zanoni zärtlich;sie, die dieß ummeinen Hals band, hielt es in der That für einen Talis-. man, denn sie war abergläubisch, wie Du, aber für michist es mehr als der höchste Zauber, es ist eine Reliquieeiner süßen entschwundenen Zeit, wo kein Herz, das michliebte, mir mißtrauen konnte."

Er sagte diese Worte in einem solchen Tone mclan-> cholischcn Vorwurfs, daß er Viola ins Herz schnitt; aber! der Ton nahm dann eine Feierlichkeit an, welche die Auf-I Wallung ihrer Gefühle erkältend zurücktrieb, als er fort-fnhr:Und dieß, Viola, werde ich vielleicht eines Tagesvon meiner Brust auf die Deinige übertragen; sobald Dumich besser verstehen wirst sobald die Gesetze un-seres DaseynS dieselben seyn werden!"

Er brach leise auf. Sie kehrten langsam nach Hausezurück; aber noch war das Herz Viola'S voll Angst, ob-wohl sie sie abzuschütteln suchte. Sie war Italienerin undKatholikin mit all den abergläubischen Meinungen desLandes und der Confessio». Sie schlich sich in ihr Ge-mach und betete vor einer kleinen Reliquie des SanGennaro, welche ihr der Priester ihres Hauses als KindBulwcr'S Romane. XOVIII. 9