104
wißbegieriger Eifer, ein so rücksichtsloser und unerschrocke-ner Muth könne zum Siege hinreichen, der einem gedie-generen, härteren Geiste und reinerer Tugend so oft ent-ging! Du meinst auch, der Keim der Kunst, der in desMalers Gemüth liegt, da er in sich schon ganz den Em-bryo der Kraft und der Schönheit enthalte, könne wohl zuder prächtigen Blume der goldenen Wissenschaft sich ent-falten. ES ist für dich ein neues Experiment. Verfahremild mit deinem Neophyten, nnd wenn seine Natur deineHoffnungen auf den ersten Stufen des ProcesseS täuscht,entlaß ihn wieder zum Wirklichen, so lange es noch Zeitist. das kurze, äußerliche Leben zu genießen, das in denSinnen wohnt, und daS mit dem Grab zu Ende geht.Und wenn ich dich so ermahne, v Mcjuour, wirst dulächeln über meine unbeständigen Hoffnungen? Ich, derich mich so beharrlich geweigert, Andere iu unsere My-sterien einzuweihen, ich fange endlich an zu begreifen,warum das große Gesetz, das den Menschen au seine Gat-tung bindet, selbst wenn er am meisten strebt, über ihrenZustand sich zu erheben, deine kalte und blutlose Wissen-schaft zum Bindeglied zwischen dir und deinem Geschlechtgemacht hat; warum dn Lehrlinge und Convertiten gesuchthast, warum du, nachdem dn ein Leben nach dem andernfreiwillig aus unserem sternhellen Orden sinken sähest,noch immer darnach trachtest, die Entschwundenen zu er-neue», die Verlorenen zu ersetzen — warum du unterdeinen Berechnungen, rastlos und nie stille stehend, wiedie Räder der Natur selbst, vor dem Gedanken zurück-