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lernte, um so mehr fand sie an ihm, was den Zauber, dersie von Anfang an ihn gefesselt hatte, verstärkte. SeineLiebe für sie war so zärtlich, so aufmerksam, und hattejene beste und dauerndste Eigenschaft, daß sie mehr dank-bar schien für das Glück in ihrer Sorgsamkeit, als eitelauf das Glück, das sie schuf und gewährte. Seine ge-wöhnliche Stimmung gegenüber Allen, die sich ihm nä-herten, war ruhig und sanft, beinahe bis zur Gleichgül-tigkeit. Ein zürnendes Wort kam nie über seinen Mund— ein zürnender Blick flog nie aus seinem Auge. Einmalwaren sie einer, in jenen damals halbwilden Ländern nichtungewöhnlichen Gefahr anSgeseht gewesen. Seeräuber,welche die benachbarten Küsten beunruhigten, hatten vonder Ankunft der Fremden gehört, und die Seeleute inZanoni's Diensten hatten von ihres Herrn Reichthumgeplaudert. Eines Nachts, nachdem Viola sich zur Ruhebegeben, wurde sie durch ein leises Geräusch unten ge-weckt. Zanoni war nicht bei ihr; sie lauschte mit einigerBesorgniß. War das ein Stöhnen, was in ihr Ohrdrang? Sie fuhr auf, sie ging an die Thüre; Alles warstill. Schritte näherten sich jetzt langsam, und Zanonitrat ein, ruhig wie gewöhnlich, und schien ihre Besorg-nisse gar nicht zu ahnen. Am nächsten Morgen fand mandrei todte Männer an der Schwelle des Haupteingangs,dessen Thüre erbrochen war. Man erkannte sie in derNachbarschaft als die blutdürstigsten und gefürchtetstenKüstenräuber — Männer, mit tausendfachem Mord be-fleckt, denen bisher noch kein Angriff mißlungen, wozu