Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
90
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so

eines Mannes, der in Erinnerungen und im Nachdenkenlebt. Er liebte es, allein umherzustreifen, besonders mitAnbruch des Morgens, oder bei Nacht, wenn der Mondklar schien, und zumal, jeden Monat beim Aufgang desVollmonds, bis Meilen weit hinein in die reichen innernGegenden der Insel, um Kräuter und Blumen zu pflücken,die er mit eifersüchtiger Sorgfalt aufbewahrte. Manch-mal in der Todtenstille der Nacht wurde Viola gewecktdurch einen Instinkt, der ihr sagte, daß er nicht an ihrerSeite seh, und wenn sie die Arme ausstreckte, fand sie,daß der Instinkt sie nicht getäuscht. Aber sie merkte bald,daß er über seine eigenthümlichen Gewohnheiten zurück-haltend war, und wenn auch zu Zeiten ein Bangen, eineAhnung, ein argwöhnischer Schauer sie beschlich, unter-ließ sie es doch, ihn zu befragen. Aber er machte seineAusflüge nicht immer »«begleitet, er hatte auch Freudean minder einsamen Wanderungen. Oft, wenn das Meerwie ein See vor ihm lag, und die traurige Oede undUnfruchtbarkeit der gegenüberliegenden Küste von Cepha-lonia einen Contrast bildete zu den von ihnen bewohntenlächelnden Küsten, brachten er und Viola ganze Tagedamit zu, langsam die Küste zu umkreuzen, oder auf denbenachbarten Inseln Besuche zu machen. Jeder Fußbreitdes griechischen Bodens, dieses schönen Fabellandes,schien ihm bekannt; und wie er von der Vergangenheitund ihren köstlichen Traditionen sprach, lehrte er Violadas Volk lieben, von welchem die Poesie und die Weis-heit der Welt stammen. Je genauer Viola Zanoni kennen