Druckschrift 
4 (1842)
Entstehung
Seite
89
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Milet wachte, so freundlich als vor Jahrhunderten zu.Für den Norden sind Philosophie und Freiheit wesentlicheBestandtheile des menschlichen Glückes. I» den Ländern,welche zu beherrschen Aphrodite aus den Wellen empor-stieg, während die Jahreszeiten Händ in Hand zu ihrerBewillkommnung am Ufer standen, * ist die Natur all-genugsam.

Die Insel, welche Zanoni gewählt hatte, war eineder lieblichsten in jenem göttlichen Meere. Seine Woh-nung, etwas entfernt von der Stadt, aber nahe bei einerder Buchten der Küste, gehörte einem Venetianer, nnd-be-saß, obwohl klein, doch mehr Zierlichkeit, als die Einge-borenen gewöhnlich in ihren Häusern anzubringen sichangelegen seyn ließen. Ans der See, so daß man es imAngesicht hatte, lag sein Schiff vor Anker. Seine Indierbesorgten, wie sonst, in schweigsamem Ernste den Dienstder Haushaltung. Kein Platz konnte schöner, keine Ein-samkeit ungestörter seyn. Der geheimnißvollen WeisheitZanoni's, der harmlosen Unwissenheit Viola's war diegeschwätzige, prächtige Welt der civilisirten Menschengleich wtnig beachtenswerlh. Der liebende Himmel unddie liebliche Erde sind Gesellschaft genug für die Weisheitund für die Unwissenheit, so lange sic lieben!

Obgleich, wie ich früher schon gesagt, in den zuTage liegenden Beschäftigungen Zanoni's Nichts war,was einen Jünger der geheimen Wissenschaften verraihenkonnte, war doch seine. Art und seine Lebensweise die* Homerischer HvmnnS.