sagte er, „tch kann Dich jetzt nicht mehr erhalten. Laßmich allein und Hungers sterben."
„Hungers sterben!" sagte Fanny erstaunt; und sieschlich sich weg und setzte sich nieder wie in tiefen Gedan-ken. Dann stahl sie sich wieder zu dem Advokaten, als die-ser daS Zimmer verlassen wollte, nachdem er seine Gemein-plätze von Tröstungen erschöpft hatte, und ihre Hand indie seinige legend, flüsterte sie:
„Ich möchte mit Euch sprechen — hierher!" Sieführte ihn durch den Gang ins Freie.
„Sagt mir," begann sie, „wenn arme Leute nichtHungers sterben wollen, nicht wahr, dann arbeiten sie?"
„Ja, meine Liebe!"
„Die reichen Leute kaufen die Arbeit der Armen?"
„Gewiß, meine Liebe, freilich."
„Sehr gut, Mrs. Borer Pflegte meine Arbeit zuverkaufen. Fanny will den Großpapa ernähren! Geht undsagt ihm, daß er nie „Hungers sterben" soll!"
Der gutmüthige Advokat war bewegt — „KannstDu wirklich arbeiten, mein armes Mädchen? Nun, sosetze deinen Hut auf und komm und sprich mit meinerFrau."
Und das war die neue Aera in Fannys Daseyn! Ihrin die Schule Gehen hörte auf. Aber jetzt nahm sie dasLeben in die Schule. Die Nothwendigkeit reifte ihrenVerstand! Und manches harte Auge wurde feucht — undwenn man sie mit ihrem Körbchen mit Modearbeiten durchdie Straßen schweben sah, immer noch ihre glücklichen