fühlte er, das Alter erreicht, wo die Jugend anfängt, ineine menschliche Gestalt ihr erstes, unbestimmtes Idealvon Sehnsucht und Liebe zu kleiden.
Unter solchen Gedanken und fortgesetzten Wanderun-gen verstrich Philipp der Tag, bis er sich in einem derGäßchen befand, welche jenen schimmernden Mikrokosmusder Laster, der Frivoliäten, des hohlen Prunks und derwirklichen Bettelarmuth der stattlichen Hauptstadt — dieGärten und Gallerien des Palais Nohai umgeben. Ueber-rascht, daß es schon so spät — es war eben Schlag siebenUhr — war er im Begriff nach Hause zurückzukehren, alshinter ihm die laute Stimme GawireyS erschallte, unddieser, ihm aus den Rücken klopfend, zu ihm sagte:
„Hollo! mein junger Freund, glücklich getroffen! daswird für Euch eine Nacht der ernsten Probe sehn. Ein leererMagen macht schwache Nerven. Kommt jetzt, Ihr müßmit mir essen. Eine gute Mahlzeit, und eine Flasche altenWeins — kommt! Unsinn, sageich, Ihr sollt mit mir!Vive lajoio!"
Unter dem Reden hatte er seinen Arm in den Mor-tons gelegt, und zog ihn trotz seines Widerstrebens einigeSchritte weit hastig mit sich fort; aber gerade in dem Au-genblick, wo die Worte: Vivo lasoic! über seine Lippekamen, blieb er stumm und starr stehen, wie wenn ein Don-nerkeil vor ihm niedergefahren wäre; und Morton fühltediesen schweren Arm zittern und beben wie ein Blatt. Erschaute ans und gerade am Eingang desjenigen TheilSdes Calais , wo die rostaurants Verh und Vesour