„Und Niemand genießt das Leben mehr. Ha! daist er!"
Die Gruppe theilte sich, als die leichte, anmuthigeGestalt aus dem Laden eines Juweliers neben dem Hotelheraustrat, und munter und freundlich bei den Umherste-henden verweilte. Mortons erster Gedanle war, von demPlatze weg zu rennen;, aber ein zweiter Gedanke fesselteseine Schritte, und ein wenig bei Seite, halb verstecktunter einem Bogen der Colonnade, welche die Straße ziert,beobachtete der Ansgestoßene den Erben. Die äußeren Vor-züge der Persönlichkeit der beiden jungen Männer ließensich nicht vergleichen; denuPhilipp Morton war nunmehrtrotz aller Mühsale seiner rauhen Lebensbahn, zu einerseltnen Vollendung der Gestalt und der Züge herangereift.Seine breite Brust, seine aufrechte Haltung, sein schlankerund symmetrischer Wuchs vereinigten aufs glücklichste dieEigenschaften der Gewandtheit und Kraft; und obgleichauf seiner dunkeln Wange Nichts von der zarten Blütheüppiger Jugend zu sehen war, und obgleich Linien, dieerst später hätten kommen sollen, ihre Glätte mit den Spu-rendes Kummers und gedankenvoller Sorge durchfurchten,so trug doch der Ausdruck von Intelligenz und von Kühn-heit, die beide über seine Jahre waren, und das unverkenn-bare Gepräge tüchtiger, enthaltsamer und kraftvoller Ge-sundheit, dazu bei, aufs vortheilhasteste den Umriß vonZügen erscheinen zu lassen, die, edel und regelmäßig, ob-wohl streng und männlich, ein Künstler hätte borgenkönnen für sein Ideal eines jungen Spartaners, der sich