Druckschrift 
Asmodeus aller Orten : eine Erzählung
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140

und schmollte und schwieg die nächste Halbstunde hindurch.Allmältg aber begann meine Julie Spuren von Laune zuverrathen von einer zwar niemals lautwerdenden undniemals unweiblichen Laune, aus der freilich mehr Be-kümmerniß als Verdruß hervorsah. Ich wäre ungroß-müthig, sagte sie, ich hätte früher all solche Fehler nichtan ihr wahrgeuommen, hätte nimmer all die ihr fehlen-den Vollkommenheiten von ihr und an ihr gefordert/linddann weinte sie >und das ging mir zu Herzen, und ichkonnte mich nicht eher beruhigt fühle», als bis ich siewieder lächeln sah. Dennoch war leicht zu bemerken, daßanstatt Vergnügen an unserem Mitsammenleben zu finden,wir allmälig immer verlegener gegeneinander wurden.Furcht vor Zank und Mißbehagen, und eine gewissePeinlichkeit traten an die Stelle des früheren Entzückensder Verliebtheit, und so oft ich ans die Zukunft hinblickte,zitterte ich. Mit Einem Worte ich wiederhol' esder Zauber war geschwunden.

O dieser entsetzlichen Epoche in der Geschichte mensch-licher Leidenschaften! Ist jener Spruch einmal gesprochen,so führt er ganze Bücher mit sich.Der Zauber istgeschwunden!" Welche bittere, unznvertilgende Täu-schung liegt hierin! Welche fürchterliche Ueberzengungvon der Trüglichkeit der Hoffnung und von derBethörungder Einbildungskraft führt jener Schreckensspruch mit sich!Wie kalt, wie schaurig ist die Versetzung aus dem Lebendas wir uns verspiegelten in das Leben so wie es ist! Einarabisches Märchen erzählt, daß wenn das Auge eines

'7L-