auch jetzt. Nach einem Weilchen zog sie, mit ersichtlicherVerlegenheit, einen hübschen, wenn gleich schlichtenRing, den ich oft gelebt hatte, von ihrem Finger nndsagte schüchtern:
„Wenn Du Dich herablaffen willst, diese Kleinig-keit von mir anznnchmcn, —"
Ich hörte nichts weiter. Ich gestehe, daß mir dasHerz im Bnscn schmolz, nnd daß meine Thränen fasteben so reichlich als Juliens stoffen. Das Ergebnis; warfreilich höchst einfach, aber das Gefühl, durch welcheses herbcigeführt worden war, war so rührend und sojugendlich! Ich nahm den Ring nnd küßte ihn — Julieblieb zögernd stehe». Ich sah, was ihr ans dem Herzenlag, nnd was sic nicht ausznsprechen wagte. Sie wünschtevon mir ein Gcgenandenken an das Band, das uns um-schlang, doch wollte sie die Kette, die ich ihr aufdrang,nicht nehmen, weil sie ihr, wie sie sagte, z» kostbar war.Endlich »ahm sie einen Ring von mir an, der an Werthedem ihrigen bei weitem nachstand. Dieser kleine Aus-tausch, und die zarten nnd minder leidenschaftlichen Ge-fühle, die dadurch erweckt wurden, schienen dem MädchenTrost zu gewähren : »nd als sic mich verließ, geschah esmit festerem Tritte nnd minder trostlosem Wesen als zu-vor. Arme Julie! Ich stand an der dunkeln Stätte, bisdie letzte Spur Deiner Hnldgcstalt meinem Blick ent-schwunden war. —
In dem ganzen Verlauf eines Menschenlebens gibtes keinen nnznsagendcren, bittereren Moment als de»,