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„Sie ist freundlich, doch wirst Du ihr nicht ge-horchen, liebste Julie."
„Doch, doch!"
„Wie? Du wirst doch ausgehcn können, wann esDir beliebt?"
„Nein, denn ich habe versprochen es nicht zu thun.Sie ist eine liebreiche.Schwester gegen mich gewesen,und — nnd sie sprach so freundlich über diesen Gegen-stand, daß ich nicht umhin konnte ihr zu versprechen —und mein gegebenes Wort kann ich doch nicht brechen,sollt' auch mein Herz darüber brechen."
„Gibt's keinen Mittelweg cinzuschlagen?" fragteich nach einer Panse. „Kann ich Dich nicht anderswosehen? oder willst Du mich ganz verlassen?"
„WaS kann ich thnn?" stammelte Julie.
„Aber, Lrsbste, das Versprechen war gewiß keinfreiwillig gegebenes — es ward Dir abgepreßt."
„Nein, nein, ich gab es von ganzem Herzen."
„Schönen Dank!"
„O, sprich nicht so kalt! Du mußt eingestchen, daßes sehr unrecht Von mir war, Dich jemals heimlich zusehen, denn wie würde es haben enden können? Gewißweder mir znm Guten, noch meiner Familie zur Ehre.Früher habe ich nie darüber nachgedacht und ging weiternnd immer weiter, bis ich kaum mehr zurück konnte undweder rückwärts noch vorwärts zu sehen wagte. Jetztaber, nachdem meine Schwester mich hat einsehen lassen,welche Thorheit ich beging — jetzt zittere ich, und —