Mysterium! Hochklingendes Wort — Apologie unsererUnwissenheit; nichts weiter! Unser unvollkommenes Seh-vermögen läßt uns Ungeheuer erblicken und spiegelt unsGespenster vor. Ist in der dunkeln Eristcnz des MagiersKoscm Kesamim, in der Lebensweise an seinem Hofe, indiesen stillen Räumen zwischen vergessenen Marmorwän-den, von denen ich mich umgeben sehe, denn mehr My-sterium als in dem lebendigen Gewühl, das ein Wasser-köpfen enthält? mehr als in dem Wachsthum einesBaumes vor unserem Fenster? mehr als in der ewigenWiederkehr der Jahreszeiten, unter der hinweg wir un-merklich vom Leben znmTode gleiten? Was ist denn nunMysterium? Alltägliches! —i „Alltägliches!" welcheMa-gie liegt in diesem einzigen Worte.
Ich lebe noch immer der Hoffnung, Kose», Kesa-mims Lebcnsgeschichtc von dessen eigenen Lippen erzählenzu hören -
Während ich diese Worte in mein Tagebuch schrieb,blickte ich zufällig ans, und sah den Magier vor mirstehen.
„Willst Du wirklich lerneu?" fragte er mich mitjener wehklagenden Stimme, die die Nichtigkeit allesWissens auszuhauchen schien — „willst Du wirklich dasGeheimnis des Lebens dessen erkunden, der die gewöhn-lichen Gesetze bewältigte, durch die das Menschengeschlechtin seine Schranken znrnckgehalten wird? Willst Du wirk-lich lerneu den Tod besiegen, so,-"