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2 (1840)
Entstehung
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starrt; die blitzende Klinge ihres Verstandes rostete in ih-rer Scheide.

„Wie kommt'S," sagte sie zu der schönen Gräfin von* * *, „daß Sie immer so heiter und aufgeweckt blicken?daß bei all' Ihrer Lebhaftigkeit und Ihrem Zartgefühlees Ihnen niemals an Beschäftigung mangelt? Sie schei-nen nie sich gelangweilt zu fühlen — wie kommt das?"

„Das will ich Ihnen sagen," versetzte die schöneSchlaue; „ich wechsele jeden Monat meine Liebhaber."Constanze crröthete und fragte nicht mehr.

Viele Frauen ihres Standes, von verderblichem Bei-spiele angesteckt, von einem Leben gclangweilt, an wel-chem das Herz keinen Antheil nahm, ohne Kinder, ohneFührer, und von allen Seiten und auf allerlei Weise be-lagert und bestürmt — viele solcher Frauen, sag' ich, wür-den gewagt haben, sich wenn nicht der Liebe, doch wenig-stens der Koketterie hinzugeben. Constanze aber blieb klarund kalt wie immer — wie „nnbesonnter Schnee"! Frei-lich mogtc das Andenken an Godolphin sie gegen allekleineren Gefahren in Schutz nehmen. Der einmal vomFeuer besiegte Asbest kann nimmer von der Glnth verzehrtwerden; jedoch in Constanzens innerster Natur lag nocheine andere solche abwehrende Ursache — sie hieß Stolz!

O! wenn die Männer nur ahnen könnten, was einstolzes Weib bei jenen Liebkosungen erduldet, durch welchesie gedemüthigt wird, wie würden sie sich so gar nichtdarüber wundern, daß es so schwer hält, stolze Frauen-gemüther zu bezwingen. Dies ist ein Gegenstand, über