Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
Seite
56
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und Anmaßung waren gänzlich verschwunden. Sie sprachmit Jedem, und mit Jedem freundlich, herzlich, vertrau-lich ; allein ihrer Vertraulichkeit gesellte sich eine mildeWurde bei, wodurch deren Reiz erhöbt ward. Voll vondem Ehrgeize, nicht blos zu gefallen, sondern zu blen-den, hauchte sie in ihre Unterhaltung alle Anmuth undBildung ihres Geistes. Diejenigen, von denen sie ammeiste» bewundert ward, waren selber die Gebildetsten.Bald wechselte sie mit ausländischen Adeligen jene kleinen,blitzenden Gespräche über Alltagsdinge, in die oft so vielScharfsinn, Klugheit und Menschenkenntnis, gelegt wer-den kann; bald redete sie mit stammendem Ang' nndhoch-gerötheter Wange zu Diclitcrn und Kritikern über Lite-ratur und Künste; dann verhandelte sic auf einem entfern-teren und ruhigen Fleckchen ernsthaft mit starren Politi-kern diejenigen Angelegenheiten, in denen diese so gargravitätischen Herren ihr die größte Schlauheit und dieschärfste Auffassungsgabe zugestehen mußten. Indem sieso zu ihrer seltenen und blendenden Schönheit die lieb-lichste Anmuth und die köstlichste Bildung gesellte, —kann man sich leicht vorstellen, welche Sensation sicmachte, und welch ein plötzlicher und ganz neuer Impulsder Zahmheit der Gesellschaft durch eine so glänzende Ar-mida gegeben werden mußte.

Während der ganzen nächsten Woche war die beiLady Erpingham stattgehabte Soiree das alleinige lln-terhaltungsthema. Jeder der dort gewesen war, hatte ebendenjenigen Löwen daselbst angetroffen, den zu sehen er er-