Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48

dergallerie" verwandelt wird, als durch die Erinnerung aneinen geliebten und verlorenen Gegenstand. Selche Er-innerung schwindet nur durch zwei Heilmittel — Zeit undEinsamkeit genannt. Ansländer beschuldigen uns Eng-länder der Sentimentalität— ach! keinem Volke ist sieso wenig eigen als »ns. Wir trachten beständig nachUnterhaltung, und es gibt kein Prosawerk in unsererSprache, in welchem die zarteren und stilleren Geheim-nisse des Herzens dcnHaichtstoff abgäbcn. Die „Corinna"und die „Znlie" langweilen uns, oder veranlassen nns znknmmervollen Spässen.

Eines Abends, kurz vor seiner Abreise von England,häkle Godolphin, von einem schwankenden und schlei-chenden Hoffen gefesselt, dessen Gegenstand Constanze war,sich länger als gewöhnlich in einem Hanse verweilt, dessenWirthin eine Verwandte Lord Erpinghams war.

„Haben Sic gehört," fragte Lady G ", „daß meinNetter Erpingham sich vermahlen wird?"

„Mit keinem Worte," antwortete Godolphin leb-haft — „nnd wer ist die Braut?"

„Miß Nernon."

Sv plötzlich dieser Schlag auch Miseren Helden traf,wechselte dieser doch nicht die Farbe, verzog doch keineMiene.

„Wissen Sic das gewiß?" fragte eine der anwesen-den Damen.

„Lady Erpingham selber sagte es mir heute."

„Und billigt sie dieses Bündniß?"