Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
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mals Rede von Liebe war. Ich hielt dies für so sehrder Natur gemäß, für so wahrscheinlich, daß ich Wohlglaube, sic hätten innig vertraut miteinander sehn, lneinem und demselben Hanse wohnen, und jegliche Gelegen-heit zur Liebe haben können, ohne doch im mindesten ver-liebt in einander zu werden. Und eben, weil sie eineSchauspielerin und ein leichtes nichtsnutziges Geschöpfwar, mußte cs sich so fügen; die Vielzahl ihrer Liebhaberhinderte sic, sich wirklich zn verlieben: die Achtlosigkeit inihrem Wandel machte dein armen Mädchen einen Freundso entzückend. Sic würde diesen vernichtet haben, wennsic einen Liebhaber ans ihm gemacht hätte: sie würdedann einen seltenen ljharakter in einen Alltagsmenschenverwandelt haben. Nun, inst so ist cs mit mir und Sa-ville; mir behagt sein Witz, ihm gefällt nicine Munter-keit. Wir sehen einander so oft, als ob wir ineinanderverliebt wären, und doch halte ich es tauig für möglich,daß er jemals meine Hand küssen würde. Am Ende,"fuhr Fanny lachend fort, „ist Liebe den Weibern gar nichtso nothwendig, als die Lenke es meinen. Feine Schrift-steller sagen: „O, die Männer lmben tausend Zwecke,das Weib hat nur einen Zweck!" Unsinn, lieber Pcrcv!Die Weiber lmben eben so wohl ihre tausend Zwecke.Sie haben nicht die .ltzanzcl, nicht den Hörsaal, aber sichaben den Pntzladen: sie können nicht fechten, aber sickönnen am Fenster sitzen und eine Stickerei verfertigen:sic mengen sich nicht in die Politik, allein sie versenkenihre Seele in Liebe z» einem Papagei oder zn einem