Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
Seite
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Es lag, kurz zu sagen, eine Art Sou Moral in derBahn, auf welcher diese beide» Daseynsströme, von demder ciue dem Wirkliche», der andere dem Eingebildete»angehörte — dahin flößen, und zu bestimmten Zeiteneinander durchkreuzten. Welche Strömung war Wohl dieeigentlich mehr eingebildete — die des Lebens auf derLampcnbühne, oder die des Lebens auf dem Weltthcater?

Die muntere Fanny freute sich, als sie ihren frühe-ren Liebhaber wiederfah. Sie sprang hin und her undschwatzte von tausenderlei Dingen, ohne Gvdolphins Zer-streutheit und sinnenden Blick zu bemerken; bis Percy end-lich sic ziemlich plötzlich unterbrach: —

„Schon gut, Fanny, schon gut!" fiel er ein. „Sagemir doch, was du von Savilie denkst; Du bist seit einigerZeit recht vertrant mit ihm — he? Wir treffen heutAbend bei ihm zusammen."

„Ei ja, er ist nach seiner kleinen Weise ganz aller-liebst, und der einzige Mann, der mir gestattet, seineFreundin zu sey», ohne daß er sich einsallen läßt, denLiebhaber bei mir zu spielen. Das ists just, was mirgefällt. Wir armen Schauspielerinnen muffen unser Le-benlang so viele sogenannte Liebschaften durchmachcn, daßein wenig Freundschaft uns dann und wann einen Reizgewährt, dessen besonnenere Leute sich nimmer erfreuenkönnen. Als ich neulich „Gil Blas" las — Du weißt,Percy, ich lese nicht sonderlich viel — machte mich dieStelle betroffen, wo der liebe Santillana uns versichert,daß zwischen ihm und Lauren, der Schauspielerin, nie-

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