auffaßtcn und sich in den Worten eines ihrer Licb-lingSgcsängc also laut ergossen:
„Um dich her, dir ewig nah,
Gottes Aug dich ewig sah!
Auf des Sturmes Wogen naht er der Sünde!Beugt euch ihr Himmel und zittert ihr Gründe!Wehe den Stolzen, die ihm nicht eignen,
Wehe den Tränmern, die ihn vcrlängnen!
Wehe den Sündern, weh!Wenn der Posaune Donner ruftBerstet die Erde, springt die Gruft!
Und ein Heister FlammenseeWogt und kämpft in Todesweh,
Jede Welle ein lebend' Herz!
Die Sterne bleich, die Sonne matt;
Der Himmel perschrumpft wie ein welkes Blatt;Durch die ächzende Leere niederwärtsScheint lang und rvth im trüben LichtDes Engels drohend Flammenschwert,
Das oon Gott den Verlorenen wehrtAn der Erde lehtem Gericht!
Wehe den Stolzen, die ihm nicht eignen,
Wehe den Träumern, die ihn perläugncu.
Wehe den Sündern, weh!"Eine plötzliche Stille folgte in dem anfgcschrccktcnSaal diesen bedeutungsschweren Worten; die Christen
Philosophen jener Schule in nüchterner Prosaverkündeten, Menschen, die nachdem sie einmalEpikurs Moral, die zugleich rein nnd von prakti-schem Nutzen ist, verkehrt hatten, es als eine weitleichtere Arbeit finden mußten, seine eben so ge-fährliche als schwärmerische Metaphysik zu verder-ben. Denn wirklich umfassen die zwei letzten Verseunseres Liedes den Glauben, den Epiknr selbst an-erkannte: sie sind das Mark seiner Theologie.