Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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zogen vorüber und waren den Augen des Gladiatorsbald entschwunden. Bon ihren gcheimnißvollen Dro-hungen mit einer ihm selbst kaum erklärbaren Scheuerfüllt, erhob sich Lpdon nach kurzer Pause um heim-zukchrcn.

Wie heiter schlief das Sternenlicht auf der lieb-lichen Stadt vor ihm! wie geräuschlos ruhtendie säulcnbckränztcn Straßen in ihrer Sicherheit! -wie weich kräuselten sich jenseits die dunkelgrünenWogen! wie unbewölkt breitete sich in seinemhohen Blau der träumende Himmel Kampaniens aus!Und doch war dieß die letzte Nacht für das fröhlichePompeji! die Kolonie des rauhen Kaldäcrs, die Fabcl-stadt des Herkules, die Wonne des üppigen Römers!Ohne Zerstörung, ohne Beachtung war Jahrhundertauf Jahrhundert über diese Mauern hingcrollt, undjetzt zitterte der letzte Sonnenstrahl auf dem Zifferblattihres Schicksals! Der Gladiatar hörte leichteSchritte hinter sich; eine Gruppe Frauen kehrte vondem Besuch des Amphitheaters nach Haus. Im Um-wendcn ward sein Aug von einer plötzlichen, selt-samen Erscheinung gefesselt. Von dem dunkeln, a»sder Ferne hcrstberblickcnden Gipfel des Vesuvs schoßein blaßblaucs, meteorähnliches Licht auf, zitterteeine Sekunde lang und war wieder verschwunden.Im gleichen Moment ertönte die Stimme einer derjüngsten unter den Frauen heiter und hell:

Tripp Trapp! wie ziehen sie stattlich und frei!

Heisa! znm morgenden Spiele herbei!"