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Zwölftes Kapitel.
Der Sklave befragt das Orakel, — Wer sich selbst blindmacht, den könne» Blinde an der Nase führen. — Zweineue Gefangene in einer Nacht,
Ungeduldig wartete Nydia auf die Ankunft desnicht minder gespannten Sofia. Nachdem der leicht-gläubige Sklave seinen Muth durch tüchtige Züge auseinem bessern Getränk, als dasjenige, welches er dembösen Dämon vorgcseßt, hinlänglich erbaut hatte,schlich er in das Zimmer der Blinden.
„Nnn, Sofia, bist Du vorbereitet? hast Du denBecher mit frischem Wasser?"
„Ja wohl! aber ich zittere ein wenig. Du bistdoch gewiß, daß ich den Geist nicht zu sehen be-komme? Ich habe gehört, diese Herrschaften scyenkeineswegs von hübschem Aeußcrn oder höflichemBenehmen."
„Sey ohne Sorge. Und Du hast die Garten-thür etwas offen gelassen?"
„Ja, und habe einige schöne Nüsse und Acpfelauf ein Tischchen daneben gelegt."
„Gut. Und. das Pförtchen steht jetzt offen, sodaß der Geist cintrctcn kann?"
„Allerdings."
„Gut, so öffne die Zimmerthür; so — nur einwenig. Und jetzt, Sofia, gib mir die Lampe."