132
Lebt ei» Jupiter, lebt ciue Juno:
Sie mache» uni uns sich nicht Sorge».
Laß die Götter den, eigenen Thun: — O *)Selig Wer lebet verborgen!
Was? zählt ihr's z» Göttergenüffen.
Den Sünder» den Weg abznpassen?
Zu rechne» wie Viele wir küssen.
Wie viel wir beim Becher verprasse» ?
Bei der Lippen süßem Erproben.
Bei Wein und Musik bleibt zufrieden:
Laßt schlafen die Götter da droben,
Wir wissen, 's gibt keine hienieden!
Während sich Lpdons Frömmigkeit, die bei MerNachsicht für Andere durch diesen Gesang, den In-begriff der Modcphilosophic jener Zeit, in nicht ge-ringem Grad geärgert wurde, von dem erhaltenenStoß wieder langsam erholte, zog eine kleine Gesell-schaft einfach gekleideter Menschen ans dem Mittel-stand an seinem Ruheplatz vorüber. Sie waren inernstem Gespräch begriffen und schienen den Gladia-tor nicht zu bemerken, oder nicht zu beachten.
„Schrecklich, schrecklich!" sprach der Eine;„Olinth von uns gerissen! unser rechter Arm abgc-hauen! Wann wird Christus herabsteigen, die Seine»zu schützen?"
„Kann menschlicher Blutdurst weiter gehen?"fragte ein Anderer; „einen Unschuldigen zum näm-lichen Kampf verdammen, wie einen Mörder! Aber
*) Dergleichen Reime aus zwei, durch de» Sin»getrennten, Worten sind im englischen Originaldieses Liedchens achtmal angebracht; im Deutschenmöge Ein solches Kunststück genügen.
Der Ueberseyer.