Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

einen oder den andern Kummer gefallen lassen. Aberlege ein Wort für mich bei dem Atriensis ein ichseh' ihn eben kommen."

Sallust war zu traurig um Besuch anzuneh-mrn; aber er war auch zu traurig um allein zutrinken; so ließ er sich denn nach seiner Gewohnheitvon seinem Lieblingsfreigelassenen Gesellschaft leisten,nnd nie sah man ein seltsameres Banket. Denn jeund je seufzte der gutmüthige Schwelger, wimmerteund weinte laut; dann wandte er sich wieder mitverdoppeltem Eifer zu einer neuen Schüssel oder demfrisch gefüllten Becher.

Guter Bursche," sagte er zu seinem Gefährten,eS war ein schreklicher Urtheilspruch! Hoho!nicht übel, das Ziklein, he? Armer guter Glau-kus! was für einen Rachen der Löwe noch dazuhat! Ach! ach! ach!"

Und Sallust stöhnte laut; der Schmerzens-anfall wurde durch einen Anfall von Schluken unter-brochen.

Nimm einen Schluk Wein," sagte der Frei-gelassene.

Er ist ein wenig zu kalt *); aber wie muß eserst den Glaukus frieren! schliefe morgen das Haus

*) Da man in der Regel den Wein stets mit Was-ser gemischt trank, so verfiel man darauf, ih«durch Jugiesen von siedendem Wasser genie-barerzu machen, und trank diese Mischung als Delika-tesse. SS war dies bas einzige warme Getraut