Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

»1

etwas von dem Wahnsinn ihres Geliebten erfahre,damit dieser Scclenzustand sein Verbrechen nicht beiihr entschuldige; nun aber konnten ihr ihre Skla-vinnen vielleicht zu wissen thnn, daß Nydia unterseinem Dach scy und sie wünschte die Blinde viel-leicht zu sehen. Nicht sobald war diese Vorstellungin ihm aufgeblitzt, als er sich zu einem seiner Frei-gelassenen wandte:

Geh sogleich zu Sofia, Kallias," sprach er,und sag ihm, er dürfe die blinde Npdia unterkeinerlei Vorwand aus ihrem Zimmer lassen. Dock-Halt suche zuerst die Dienerinnen meiner Mündelauf und bedeute sie, ihr nicht zu sagen, daß das blindeMädchen unter meinem Dach ist. Schnell fort!"

Jener eilte zu gehorchen. Nachdem er sich sei-nes AnftragS bei Jonc's Dienerinnen entledigt,suchte er den würdigen Sofia. Da er ihn in derkleinen, zu seinem Schlafgcmach bestimmten Zellenicht fand, rief er ihn laut bei Namen und hörteaus dem anstoßenden Zimmer Npdia's seine Stimmeantworten:

O Kallias, bist Du es? Die Götter scycngepriesen! öffne die Thür, ich bitte Dich!"

Der Freigelassene schob den Riegel zurück unddas klägliche Antlitz Sosia's drängte sich hastigentgegen.

Was! In Einem Zimmer mit dem jungenMädchen? schäme Dich! gibt cs nicht reife Früchte

7 n