Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

90

gehende Genuß der Leidenschaft. O Arbaccs, höremich und laß Dich erflehen!"

Genug, Jone. Alles, was ich für Glauknsthun kann, soll geschehen; aber mache mir keine Vor-würfe, wenn cs erfolglos bleibt. Erkundige Dichselbst bei meinen Feinden, ob ich nicht gestrebt undnoch strebe, die Verdammung von seinem Haupt ab-zulciten, und bcurtheile mich hicnach. Schlafe denn,Jone. Es ist spat in der Nacht; ich überlasse Dichihrer Ruhe; mögest Du freundliche Träume von demhaben, der nur in Dir lebt."

Ohne eine Antwort abzuwartcn entfernte sichArbaces schnell; vielleicht weil er sich nicht getraute,die leidenschaftlichen Bitten Jonc's länger mit anzu-hörcn, die ihn, selbst während sie ihn zum Mitleidhinriffcn, mit den Qualen der Eifersucht durchzuckten.Aber das Mitleid kam zu spät. Hätte ihm Jone selbstihre Hand als Lohn zugcfagt, so hätte er doch jetzt,nachdem er sein Zeugniß abgelegt hatte, das Vollzum Blutdurst aufgereizt war, den Athener nichtmehr retten können. Jedoch eben durch die Kraftseines GemüthS immer noch Hoffnungvoll, warf ersich mit ganzer Seele in die Möglichkeiten der Zu-kunft und glaubte, er werde noch über das Weibtriumphiren, das sein Herz also in Fesseln ge-schlagen hatte.

Während ihn seine Diener für die Nacht ent-kleiden halfen, durchfuhr ihn plötzlich der Gedanke anNydia. Er fühlte die Notwendigkeit, daß Jone nie