in das Gemach der Ncapolitancrin trat, erkundigteer sich bei der dienstthuenden Sklavin außerhalb des-selben, ob Jone bereits zur Ruhe gegangen undauf die Kunde, daß sic noch auf und ungewöhnlichruhig und gefaßt sei, wagte er sich in ihre Gegen-wart. Er fand seine schöne Mündel vor einemTischchen sitzend, das Gesicht in nachdenklicher Stel-lung auf beide Hände gelehnt. Dasselbe hatte jedochnicht den gewöhnlichen Hellen, psychcnartigcn Aus-druck holder Gcistesfülle; die Lippen standen offen —das Auge war irr und unaufmerksam, und das lange,schwarze Haar, das unbeachtet und lose über ihre»Nacken hcrabficl, machte durch seinen Gegensatz dieWangen, die bereits die Rundung ihres Umrissesverloren hatten, noch bleicher.
Arbaces betrachtete sie ein Weilchen, eh er nä-her trat. Auch sie schlug die Augen auf und als siebemerkte, wer der Ankömmling sei, schloß sic diesel-ben mit einem Ausdruck von Schmerz, rührte sichaber nicht.
„Ach," hob Arbaces in leisem, ernstem Ton an,indem er chrfurchtvoll, ja dcmüthig näher trat undsich in einiger Entfernung von dem Tisch niedcr-setztc, — „ach, daß mein Tod Deinen Haß anslö-schcn könnte, dann wollte ich freudig sterben! Duthust mir Unrecht, Jone; aber ohne Murren will ichdas Unrecht tragen, wenn ich Dich nur bisweilensehen darf. Schilt mich, überhäufe mich mit Vor-würfen, verachte mich, wenn Du willst — ich will