Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

63

noch in jenem sanften Ton, der seinen gierigen Ge-fährten beruhigte »nd kühn machte, da er ihn imGcgcntheil hätte eischrecken und zurückhaltcnWillst Dn nicht warten dis morgen?"

Warum diesen Verzug? Kann ich mein Zcug-niß erst dann abiegcn, wenn die Schande ans mirlastet, dast ich durch diese Ablegung nicht dem Todeines unschuldigen Menschen zuvvrgekommcn sep, sovergissest Du vielleicht mein Anrecht auf Belohnung,und in der That ist Dein jetziges Zaudern ein bösesVorzeichen für Deine künftige Dankbarkeit."

Gut, Kalcnus; was soll ich Dir also bezahlen?"

Dein Leben ist sehr kostbar und Dein Reich-ihum sehr groß," crwiederte der Priester grinsend.

Immer witziger I Aber sprich, was soll dieSumme scpn?"

Aibaccs, ich habe gehört, Du bewahrest inDeiner geheimen Vorrathkammer unter den oscilchenSäulen, *) die Deine prächtigen Hallen stützen, Haufenvon Gold. Vasen und Juwelen, die mit den Schätzendes vergötterten Nero wetteifern könnten. Leicht kannstD» von diesem Haufen so viel wcgnchmcn, um Ka-lenus znm reichsten Priester in Pompeji zu machen,ohne daß Du gleichwohl den Verlust spürst."

Komm, Kalcnus," versetzte Arbaccs mit ein-schmeichelndem Ton und der Miene der Offenheit und

Die Oscier wäre» eines der ältesten Völker inItalien, das vorzüglich in Kampanien seinenSitz hatte.