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mit einer Ehrerbietung um sic her, die ihr gewiß nichtzu Thcil geworden wäre, hätten sic ihre Geburt undReligion gekannt. Mit Verwunderung blickten sie aufihre außerordentliche Schönheit und fremdartige Tracht,und betrachteten augenscheinlich den neuen Gast alseine willkommene Zugabe für die eng begrenzte Ge-sellschaft im Schloß. Unter jedem andern Vcrhältnißwurde der seltsame Anblick alles Dessen, was die An-kömmlingin wahrnahm, und die unheimliche Düsterheitdes ihr zngcwicscncn Gemachs, das Gcmnth einerjungen Person, deren Schicksal so plötzlich von dertiefsten Ruhe zur gewaltigsten Aufregung übergegangen,ziemlich hcrabgcstimmt haben. Allein jeder Ortswechselwar hier eine Erleichterung gegen den Lärm des Lagers,die Zudringlichkeit des Prinzen und die nnhcitkündcndcStimme und Miene Torqnemada's; und so blickte dennLcila mit der Empfindung um sich, daß das Versprechender Königin erfüllt scp, und sic sich bereits unter denSegnungen des Schutzes und der Ruhe befinde. Glcich-wol dauerte cs lange, che der Schlaf von Neuem aufihre Angliedcr sank, und als sic wieder erwachte, schiendie Mittagsonnc breit durch den Gittcrladcn. An ihremBette saß eine in Jahren schon vorgerückte Matronevon milden, einnehmenden Zügen, die durch einenAusdruck sanfter, zur Gewohnheit gewordener Melan-cholie noch anziehender wurden. Sic war in Schwarzgekleidet, aber die reichen, in Acrmcl und Mieder cin-gcsticktcn Perlen, das Juwclcnkrcnz, das an einerKette von massivem Gold um ihren Nacken hing und