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unsere Pflicht ist, in diesem Leben zu dulden, und dieHoffnung blos für das nächste auffusparcn."
Die Königin, in ihrer eigenen Person jenen häus-lichen Bedrängnissen bestimmt, welche weder Pomp undMacht zu mildern noch zu beschwichtigen im Standefind, sprach mit prophetischer Trauer, die das durchihren freundlichen Blick und Ton bereits besänftigteHerz noch mehr rührten; und mit dem natürlichen Im-puls eines Wesens, das in dem strengen Ccrcmoniclldes Hofes noch nie geschult worden, trat Lcila schnellvor, fiel auf ein Knie nieder, ergriff die Hand ihrerBeschützerin und drückte ihr mitten durch die Thränenheiße Küsse auf.
„Scpd Ihr auch unglücklich?" fragte fic — „ichwill für Euch zu meinem Gott beten."
Die Königin, überrascht und bewegt durch eineHandlung, die, wären Zeugen da gewesen, vielleicht —denn so ist die Mcnschcnnatur — nur ihre castilianischcnBornrthcile verletzt haben würde, ließ ihre Hand inLeilas dankbarer Umschlingung, und sprach, indem sicdie andere auf die auseinander wallenden, üppigenLocken des knienden Mädchens legte, mit sanfterStimme: „Und Dein Gebet soll Dir Früchte tragen,wenn Dein und mein Gott derselbe find. Er segneDich, Kind! ich bin eine Mutter, Du bist mutterlos —er segne Dich!"