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ihm zugcstandcncn Frist verstrichen, als er das Hauptwieder erhob und zugleich seinen Mantel zurückschlug.Der Dominikaner stieß einen lauten Schrei aus; dieWachen fuhren scheu zurück. Eine wundervolle Ver-änderung war über das beabsichtigte Schlachtopfcr ge-kommen; er schien buchstäblich in Feuer gehüllt zu scpn;Flammen brachen aus seinen Lippen, und spielten mitseinen langen Locken, welche, dic.Gluth auffasscnd, wieSchlangen aus brennendem Lichtstoff über seine Schul-tern hinablchlichcn: blutroth waren Brust und Glieder,waren der hohe Hut und der ansgcstrccktc Arm, undals er so, eine einzige Sekunde lang, mit den schau-dernden Blicken seiner Richter zusammcntraf, schien erwirklich den ausschweifendsten Aberglauben seiner Zeitzu rechtfertigen — nicht mehr der zitternde Gefangene,sondern der mächtige Dämon oder der furchtbareMagier!
Der Dominikaner war der Erste, der seine Fas-sung wieder gewann. „Greift den Zauberer!" rief er,aber Niemand rührte sich. Eh noch der Ruf verhalltwar, zog Alainen ein Fläschchen aus der Brust undwarf cs auf den Boden. Es zerbrach in tausendStücke: ein Nebel stieg in dem Gemach auf — ver-breitete sich, ward dicht, schwarz, eine plötzliche Nacht;die Lampen vermochten sic nicht zu durchdringcn. Dieleuchtende Gestalt des Hebräers wurde düster und däm-merig, bis sic ganz in den Schatten verschwand. Aufjedes Auge schien Blindheit zu fallen. Todcsstillc herrschte,unterbrochen durch einen Schrei und einen Seufzer,