Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Von der unglücklichen Lcila scheidend, schlug derMönch seinen Weg zu dem benachbarten Zelt Ferdi-nands ein. Eh er jedoch dasselbe erreicht hatte, schienein neuer Gedanke den heiligen Mann zu durchzucken;er änderte die Richtung seiner Schritte und nahteeinem jener kleinen, in katholischen Ländern gewöhn-lichen Feldaltärc, der inmitten eines Gebüsches, nebeneinem murmelnden Bach, hinter dem königlichen Zelt,schnell von Holz anfgcführt worden war. Nur eineeinzige Wache, am Eingang in den Busch, hütete denheiligen Ort, dessen ausnehmende Einsamkeit und Stilleeinen angenehmen Gegensatz mit der belebten Weltdes umgebenden Lagers bildeten. Der Mönch trat vorden Altar und siel vor einem rauh geschnitzten, aberreich geschmückten Bild der heiligen Jungfrau auf dieKnicc nieder.

»Ach heilige Mutter," seufzte dieser seltsame Mensch,stärke mich in der Prüfung, die mir bestimmt ist. Duweißt, daß der Ruhm Deines gcbcncdeitcn Sohnesder einzige Zweck ist, für den ich lebe und webe undmein Dascpn habe; aber zuweilen wird der Geist vonder Schwäche des Fleisches angestcckt. Ora per, nobis,o Mutter der Gnade! Wahrlich, oft entsinkt mir derMuth, wenn cs meines Amtes ist, die Ehre Deinerheiligen Sache an Jugend und Zartheit, an Alter undSchwäche zu rächen. Doch was find Schönheit undJugend, graue Haare und zitternde Knicc in den Au-gen des Schöpfers? Elende Würmer sind wir Alle,und nichts ist wohlgefällig vor dem Angesicht Gottes,