König mit der tiefen Verbeugung des orientalischenGehorsams, und blieb dann mit gesenkten Augen ineiner Stellung vor ihm stehen, von welcher alle Unter-würfigkeit doch eine natürliche Würde und einen gewissenStolz der Haltung nicht zu trennen vermochte.
„Prinz," hob Doabdil nach kurzem Schweigenan, „als ich gestern Morgen nach Dir schickte, trotztestDu meinem Befehl. In meiner eigenen Alhambrabrachen Deine Günstlinge in Meuterei aus. Sie um-gaben die Feste, worin Du Dich, um meinen Willenzu erwarten, befandest; sie verhöhnten und verjagtenmeine Leibwache; sic stürmten die Thürmc, worauf dasBanner Deines Königs weht. Der Schloßvogt, eineMemme oder ein Vcrräthcr, gab Dich der meuterischenRotte zurück. War Dies genug? Nein, beim Pro-pheten! Du, mein rechtmäßiger Gefangener, verließestdas Gcfängniß nur, um Dich an die Spitze meinerHeere zu stellen. Gestern warst Du der vcrräthcrischeUntcrtban, der heimliche Feind, der Führer des Volkes,das einem König trotzt, und jetzt kommst Du unaufge-fordert zu mir. Du fühlst Dich selbst in meinem Palastsicher vor meinem gerechten Zorn. Deine Frechheitblendet Dich. Mensch, Du bist in meiner Gewalt.He da!"
Daniit stand der König auf und Augenblicks warendie Arkaden im Hintergrund des Saales von langenReihen der äthiopischen Leibwächter angcfüllt, derenKörpergröße, selbst wenn man den kleine» Wuchs der