Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

plötzlich Jussuf, den Wcssir, vor sich. Der alle Mannfand Boabdil in höchster Aufregung; aber beinah fürverrückt hielt er seinen Herrn, als er von ihm denBefehl erhielt, sich der Person des Musa Be» AbilGasan zu versichern, und ihn in den stärksten Kerkerdes Rotheu Thurmcs zu werfen. Auf Boabdils natür-liche Milde bauend wagte der Wcssir Gegenvorstellun-gen, Winke über die Gefahr, gewaltsame Hand aneinen so beliebten Häuptling zu legen, und wolltefragen, welcher Grund für einen solchen Schimpf dennangegeben werden möchte.

Die Adern schwollen wie Stricke auf BoabdilsStirn; seine Antwort war kurz und gebietend:

Bin ich noch König, daß ich einen Untcrthanfurchten, oder über meinen Willen Rechenschaft gebensoll? Du hast meine Befehle; hier ist mein Siegel undder Firma»: Gehorsam oder die Bogcnscnnc." *

Nie zuvor hatte Boabdil seinem gefürchteten Vaterin Sprache und Benehmen so geglichen; der Wcssirzitterte an allen Gliedern und zog sich schweigend zu-rück. Boabdil sah dem Abgchcnden aufmerksam nach,preßte dann die Hände in großer Bewegung zusammenund rief: ,.O Lippen des Todtcn, ihr habt mich ge-warnt, und euch opfrc ich den Freund meiner Jugend."

Der Wcssir nahm, als er Boabdil verließ, einigejener ausländischen Seraüsklavcn mit, die außerhalbihrer Mauern für nichts Menschliches Mitgefühl oder

Zum erdrosseln.